Studieren in
Colorado Springs

1. Das Studium an der UCCS
2. Das Praktikum
3. Wohnung
4. Fortbewehgung
5. Shopping
6. Gesundheit
7. Freizeit
8. Telekommunikation
9. Medien
10. Social Contacts
11. Fragen und Kommentare


1. Das Studium an der University of Colorado at Colorado Springs (UCCS)

Die Kurse, die ich belegt hatte, waren:
Business Administration BAd 100
Finance 305
Marketing 330 Marketing Research
Information Systems IS 390 Improving Team and Personal Creativity

Bei einem ersten Treffen an UCCS wurde uns gesagt, das keiner dieser Kurse zu leicht oder zu schwer sei. Dies kann ich nicht so stehen lassen. BAd 100 ist deutlich zu leicht, zeigt lediglich, was in USA anders gemacht wird. Finance 305 ist interessanter und hat neben ebensolchen Unterschieden auch noch ein paar andere Konzepte gezeigt. Marketing Research ist sehr arbeitsaufwendig (zwei Semesterarbeiten, eine Projektarbeit), der Dozent ein echter Profi und das Ganze wohl eine gute Vorbereitung auf das Hauptstudiumsfach "Marketing". IS 390, Improving Personal and Team Creativity, ist ein echtes Orchideenfach, es hat mich persönlich weitergebracht und mich veranlaßt, über verschiedene Dinge nachzudenken. Nachteil: die Klausuren sind reine Auswendiglerntests, paßt nicht so ganz zum Titel. Die letzten beiden Kurse halte ich für sehr empfehlenswert. Die Vorlesungen finden einmal pro Woche statt und dauern etwa zweieinhalb Stunden mit Pause.

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, lohnt es sich, möglichst bald nach Ankunft in Colorado Springs, sich an der Uni seinen Studentenausweis machen zu lassen und einen Parkausweis abzuholen.

Die Studenten der UCCS beklagen sich, das es an der Uni ein Parkplatzproblem gibt. Da wir von Frankfurt alles andere als verwohnt sind, empfinden wir es nicht so. Will man aber einen günstig gelegenen Parkplatz ergattern, empfiehlt es sich, seine Ankunft an der Uni taktisch zu planen (Ende der vorhergehenden Vorlesung, o.a.).

2. Das Praktikum

Der Ansprechpartner der HfB Studenten an UCCS ist Dr. Tom Zwirlein (er selbst kann seinen Namen nicht richtig aussprechen, bei ihm klingt es etwa wie "Sworlein). Er ist sehr engagiert und u.a. zuständig für die Suche nach Praktikumsplätzen. Die Adresse gibt es bei Fr. Schmitt-Spall.

Ich habe mein Praktikum in der Colorado Springs Chamber of Commerce absolviert. Die Chamber ist das Äquivalent für unsere IHK mit dem Unterschied, das sie privatwirtschaftlich organisiert ist. Die Aufgabe des Praktikanten ist es, Gesetze, die in die beiden Hauser des Parlaments des Staates Colorado eingebracht werden, zu lesen, mit zu entscheiden, ob diese Gesetze von Bedeutung für die Mitglieder der Chamber sind, und eine Zusammenfassung der entsprechenden Gesetze zu schreiben. Weiterhin freuen sich die Leute in der Chamber, wenn man mit Windowsprogrammen und dem PC umgehen kann.

Mir hat dieses Praktikum sehr viel Spaß gemacht, die Anforderungen an das Englisch des Praktikanten sind jedoch relativ hoch. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm.

Mein Chef war Jim Palmer. Er hat angeboten, das Interessenten für diese Praktikantenstelle sich schon zu Beginn des Auslandsaufenthalts mit ihm in Verbindung setzen können, um schon frühzeitig Informationsmaterial und auch sonstige Unterstützung zu erhalten. Jim wird dieses Praktikum auf absehbare Zeit anbieten, da die Arbeitskraft des Studenten zu Beginn der 'legislative session' dringend benötigt wird und er mit der Arbeit der deutschen Studenten immer sehr zufrieden war.

Hier seine Anschrift in der Chamber:
Jim Palmer
Vice President Government/Military Affairs
2 N. Cascade Ave. Suite 110
Colorado Springs, CO 80903
Tel. (719) 635-1551, Ext. 320
Fax (719) 635-1571

3. Wohnung

Was Wohnen angeht, sind wir Studenten in einer Art Zwickmühle: alleine wohnen ist relativ teuer, zu mehreren kommt aber das Englischsprechen zu kurz. Es gilt also, seine Prioritäten zu setzen. Es gibt in Colorado Springs viele Appartementanlagen. Fragt hierzu ex-Colo Springsler. Achtet auch auf Aushänge in der HfB - so haben wir unser Haus gefunden.

Egal was Ihr bekommt: es sollte nicht südlich von Colorado Ave. sein, hier beginnt die "schlechte Gegend". Es wird schmutziger, schwarzer und es gibt mehr Gewalt.

4. Fortbewegung

Außer für die ganz sportlichen scheidet per pedes als primäre Fortbewegungsmöglichkeit in Colorado Springs aus. Die Stadt bietet ein sehr, sehr dünnes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Es fahrt aber ein Bus zur Uni. Ich finde aber, das man am Auto nicht vorbei kommt. Meiner Meinung nach sind aber auch schon die billigsten Mietwagen auf Dauer zu teuer. Gebrauchtwagen dagegen gibt es reichlich und in vernünftigem Zustand auch schon ab $1.000 - $1.500.

Um Geld zu sparen, sollte ein Auto von privat gekauft werden. Ein Auto vom Händler hat in der Regel auch keine Garantie und wird ab einem bestimmten Alter auch nicht mehr auf Zustand geprüft. Der Händler versucht aber, eine Marge zu verdienen.

Von privat sind Autos über Kleinanzeigen in der lokalen Zeitung 'Gazette Telegraph' oder besser in 'Thrifty Nickles' (liegt z.B. bei 'King Soopers' kostenlos aus) zu finden. Heißester Tip ist allerdings Fort Carson. Fort Carson ist eine riesige Army Base im Süden von Colorado Springs. Hier gibt es einen Parkplatz, auf dem ständig etwa 40 Gebrauchtwagen im unteren Preissegment stehen. (Oft werden Soldaten nach Übersee versetzt und müssen ihre Autos verkaufen - zu günstigen Preisen.) Der Zugang zu Fort Carson ist kein Problem, es empfiehlt sich aber, langsam am Wachposten vorbeizufahren. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich Autos auch gut verkaufen - die $20 und mehr für Anzeigen in der GT kann man sich sparen. Sollten Soldaten potentielle Käufer sein, ist es interessant zu wissen, das die Credit Union den Wagen als Kreditsicherheit akzeptiert, wenn er nicht alter als 10 Jahre ist.

Wer es sich nicht zutraut, ein Auto auf seine mechanische Tauglichkeit zu überprüfen, kann sich in den gelben Seiten einen Mechaniker suchen, der für etwa $50 ein Auto auf Herz und Nieren testen kann. Es kann sich lohnen, gegenüber dem Verkäufer auf die Möglichkeit, das Objekt der Begierde so überprüfen zu lassen, zu bestehen.

Wer auf dicke Achtzylinder steht, ist hier im Paradies. Die zumeist älteren Autos sind teilweise noch in gutem Zustand aber recht günstig in der Anschaffung. Verbrauche zwischen 20 - 30 Litern Benzin/100 km können bei Benzinpreisen von $1,01 - $ 1,23 pro Gallone (etwa 30 - 40 Pfennig pro Liter) verschmerzt werden. Haben wir ein Umweltgewissen?

Bevor das gute neuerworbene Stück zugelassen und gefahren wird, muß es versichert sein (Gesetz!) Für denjenigen, der keinen amerikanischen Führerschein hat oder diesen für weniger als ein Jahr hat, wird das teuer. Zur Bestimmung des Versicherungstarifs wird festgestellt, wie der Fahrer in den letzten Jahren gefahren ist, seine 'driving record' wird geprüft. Ottonormaldeutscher hat eine 'unverifiable driving record' und liegt deshalb am oberen Ende der Versicherungsprämien.

Wenn Ihr zu mehreren zusammen wohnt und Ihr Euch entschieden habt, mehrere Autos zu kaufen, empfiehlt sich eine Multiple Vehicle Policy, spart mehrere hundert Dollar.

Als günstiger Versicherungsagent wurde mir empfohlen: Farmer Union Insurance, Brian Sater Agency, 3775 Airport Rd., Tel. 591-2552. Beim Autokauf von Privat mußt Ihr darauf achten, das Ihr einen korrekt indossierten Fahrzeugbrief (title) erhaltet. Auf dem title wird auch der Kaufpreis vermerkt, der Grundlage für die Besteuerung ist. Es merkt niemand, wenn dieser Preis vom tatsächlichen Kaufpreis abweicht. Der tatsächliche Kaufpreis sollte aber in dem ebenfalls abzuschließenden Kaufvertrag neben einer genauen Beschreibung des Fahrzeugs (Produktionsjahr, Marke, Typ, Farbe, Motor [Zylinderzahl, Hubraum in cubic inches], Vehicle Identification Number [VIN, entspricht unserer Fahrgestellnummer, ist von außen sichtbar unter der Windschutzscheibe auf der Fahrerseite angebracht]).

Wenn es dann versichert ist, kann das Auto dann mit den alten Nummernschildern zur Zulassungsstelle gefahren werden, wo Ihr dann einen vorübergehenden title und ein passendes Nummernschild (aus Papier, wird in die Heckscheibe geklebt) bekommt. Hier mußte dann auch die Steuer fällig sein (?). Der richtige title wird Euch innerhalb von 45 Tagen zugesandt, mit dem könnt Ihr Euch dann Eure richtigen Nummernschilder holen (200 S. Cascade, früh morgens ist noch nicht so viel los).

Falls Ihr Euer Auto bei einem Händler kaufen solltet, wird er Euch um die Steuer erleichtern (er macht keinen Unterschied zwischen Betrag auf dem title und im Vertrag) und den fahrbaren Untersatz mit dem papiernen Nummernschild versehen. Das Papiernummernschild sieht echt nach nix aus, ich hab' so ein Ding nur von einem anderen Staat gesehen. Probleme gibt's damit in anderen Staaten aber nicht.

Auch Versicherungen bietet AAA, die American Automobile Association, Partnergesellschaft des ADAC. Die Mitgliedschaft für ein Jahr kostet $49, hierin enthalten sind unbegrenzt Kartenmaterial und Tourbooks mit Sehenswürdigkeiten und Hotelempfehlungen. Weiterhin liefert AAA kostenlos Reiseschecks für den Heimtransport des Verkaufserlöses des Autos und Roadside Assistance. Meines Wissens bekommen ADAC - Mitglieder diese Serviceleistungen auch, fragt aber lieber mal nach.

Also: wer ein Jahr und langer vor seinem Auslandsemester in den USA Gelegenheit hat, den Führerschein zu machen: es lohnt sich. Die Prüfung selber ist, wie in Deutschland, zweigeteilt: Theorie - das größere Problem, man sollte sich mit entsprechenden Unterlagen für ein paar Minuten vertraut machen. Die Praktische Prüfung ist kein Problem - man sollte aber Stopstellen beachten, wer nicht wirklich richtig steht, verliert Punkte.

Günstige Mietwagen gibt es bei 'Ugly Duckling' (Platte Ave.) für etwas mehr als $20 pro Tag. Wer direkt ab dem Flughafen einen Mietwagen haben will, sollte schon aus Deutschland buchen - das spart Geld. Was Taxis kosten - keine Ahnung. Yellow Cab, das dortige Taxiunternehmen ist aber Monopolist...

5. Shopping

Der günstige Dollarkurs verstärkt noch die Kauflust - Qualität vom Factoryoutlet zu günstigen Preisen gibt es etwa 50 Meilen nördlich von Colorado Springs in Castle Rock am Interstate I-25. (Vorsicht: Castle Rock hat als Haupteinnahmequellen auch 'Speeding Tickets'!) Dieses Outlet ist eine große Freiluftmall mit Shops von Sony, Levi's, Guess, FILA,... Levi's 501 gibt es für $27. Für Jeans, T- und Sweatshirts ein Paradies.

Wer in edler Atmosphäre für mehr Geld einkaufen gehen will, kann in Denver (etwa 70 Meilen nördlich von Colorado Springs) in der Cherry Creek Mall oder in der 16th Street Mall einkaufen. In Denver gibt es auch einen genialen Buchladen: Tattered Cover Book Store (Tel. 1-800-833-9327) Malls gibt es auch in Colorado Springs: Chapel Hills (massig) und Citadel Mall (besser). Hier gibt es alles für vernünftige bis höhere Preise.

Gegenüber von Citadel Mall ist Citadel Crossing. Hier gibt es Best Buy, Office Max und Office Depot für Burozubehör, Computer und Taschenrechner (HPs sind hier wesentlich günstiger, HP 17B für $89) für gute Preise. Interesse an Kontaktlinsen oder Brillen? Gibt es bei America's Best Contacts & Eyglasses - Kontaktlinsen mit Augenuntersuchung für $49,95, zwei (sehr einfache) Brillen zum gleichen Preis.

Die günstigsten CDs gibt es bei Best Buy und Media Play, reguläre CDs für unter $12! Media Play bietet zusätzlich noch eine große Auswahl an Büchern und anderen Medien zu günstigen Preisen.

Lebensmittel gibt es 24h am Tag und sieben Tage in der Woche (außer Weihnachten und Thanksgiving) bei Supermärkten wie Safeway, King Soopers und Cub Foods. Safeway ist eher etwas teurer, Cub Foods (Austin Bluffs Parkway, halbe Meile östlich von Academy Boulevard) ist wohl der günstigste. Orangensaftfan? Tropicana ist als echter O-Saft (nich' so'n Zeuch aus Konzentraat) wohl nicht der günstigste, aber bestimmt der beste und in USA nur in deutlich größeren Packungsgrößen erhältlich als in Deutschland, ist dafür in Amiland nicht so sauteuer. Preisvergleich (auch zwischen verschiedenen Packungsgrößen) lohnt sich immer.

Wer seinen Spiegel oder Focus vermißt, oder nicht auf Nutella, Ritter Sport oder Haribo Gummibärchen verzichten mochte, deutsche Spezialitäten gibt es bei Zugspitze auf Academy/Maizeland. Weiterhin gibt es auch einige deutsche Restaurants (siehe Gelbe Seiten).

In Amerika gibt es immer sales (Preisreduktionen) für alle möglichen Anlasse (Schulbeginn, Thanksgiving, pre-christmas sale, after-christmas sale...) - es gibt keinen Grund, irgendetwas zum regulären Preis zu kaufen! Wenn sich beim Kauf von irgendwelchen Gütern herausstellen sollte, das etwas daran nicht in Ordnung ist - es lohnt sich immer zu reklamieren. Amerika ist derartig wettbewerbsorientiert, das jeder bemüht ist, seinen Ruf zu wahren. Dies resultiert in Preisnachlassen, freien Produkten oder Ähnlichem.

Skier gibt es besonders günstig bei SNIAGRAB, alljährlich veranstaltet von Gart Sports bei der Citadel Mall kurz vor Beginn der Skisaison. Infos hierüber bei Gart Sports (Gelbe Seiten). Wer Skier kaufen und nach Deutschland importieren will, sollte sich vorher bei seiner Fluggesellschaft über den Transport seiner Bretter erkundigen. In der Regel werden sie als zweites Gepäckstück anerkannt und mit eingecheckt. Glücklich derjenige, der sein Auslandsemester mit einem Gepäckstück übersteht (ich kenne keinen). United Airlines verlangt für Skier, die als Extragepäck eingecheckt werden sollen, einen Betrag von $110! Alternative: Burlington Air Express verschifft Skier für etwa $35 pro Paar zum Frankfurter Flughafen (Burlington Air Express, 155 Mount View Ln, Tel. 531-9311). Der Versand dauert etwa 3 Tage. Das Abholen in Frankfurt ist jedoch ein ganz anderes Thema...

6. Gesundheit

In den USA gilt die gesetzliche Krankenversicherung nicht. Dresdner Banker sind aber als Dienstreisende über das Haus versichert.

Meine Erfahrungen mit einer anderen Krankenkasse (DBV) waren durchaus positiv, außer einer sophistischen Armschlinge (shoulder immobilizer, $20, das Skifahren üben wir noch ein bißchen...) wurde alles ziemlich prompt gezahlt. Wichtig aber: Ihr geniest einen Status, der mit unserem "Privatpatienten" vergleichbar ist: sämtliche Arztkosten müssen sofort nach der Behandlung bezahlt oder angezahlt werden, die Versicherung erstattet dann im nachhinein zum dann gültigen Dollarkurs. Aber: ich habe keinen Arzt oder sonstwas gesehen, der nicht auch Kreditkarte akzeptiert hat.

Im Gegensatz zu einem Chiropraktiker, den ich ausprobieren durfte, hat die Gemeinschaftspraxis, die ich ebenfalls ausprobiert habe, einen sehr guten und kompetenten Eindruck gemacht. Meiner Ansicht nach sind die Ärzte im Falle eines Falles gute Ansprechpartner:
The Penrose - St. Francis Mrdical Group, P.C.
320 E. Fontanero St., Suite 205
Colorado Springs, CO 80907
Tel. 475-9574, Fax. 475-0209

7. Freizeit

Colorado Springs bietet einige Sehenswürdigkeiten, die angepriesenen Touristenattraktionen entpuppen sich aber häufig als 'tourist traps', es empfiehlt sich, einen Einheimischen zu fragen, ob sich etwas lohnt, anzuschauen oder nicht. (Zu diesem Einheimischen sollte aber für eine verläßliche Auskunft ein nicht zu oberflächliches Verhältnis bestehen, sonst ist der Wert der Auskunft mehr als zweifelhaft - die Amis sind in der Regel sehr oberflächlich!) Colorado Springs und Umgebung bietet wunderschöne Wanderwege von einfach bis happig. Sehr schon sind die Wanderwege in und um Cheyenne Canyon. Für ganz fitte steht die Herausforderung direkt vor der Haustür: Pikes Peak. Der Hausberg ist 14.110 ft. (etwa 4.600m) hoch. Wer dies in Angriff nehmen will, muß morgens in aller Frühe aufbrechen, um nicht am Berg von Gewittern, die im Sommer täglich aufziehen, überrascht zu werden. Der Aufstieg soll etwa 7h dauern und beginnt an einem Parkplatz in Manitou Springs (50 m hinter der Talstation für die Cog Railroad rechts hoch).

Bequemer geht es mit dem Auto (Pikes Peak Highway ab US-24; $5 pro Nase) oder mit der Cog Railroad (Zahnradbahn ab Manitou Springs; ca. $30 pro Person). Beide Möglichkeiten machen Spaß und sind absolut das Geld wert. Vorsicht: auf 4.600m ist die Luft sehr dünn.

Colorado ist bekannt und berühmt für die Skigebiete. Zurecht. In den Rockies sind die Skigebiete weit verstreut. Gut für Anfänger: Breckenridge. Wer es edel mag: Vail ist etwa zweieinhalb Autostunden entfernt und bietet für jeden was. Autobahnen und unpräparierte Buckelpisten. Die Preise variieren je nach Saison von teuer bis sehr teuer.

Für Vail gilt aber auch, wie für die anderen näheren Skigebiete, das es Discount Lifttickets oder Coupons gibt, die das Ganze billiger machen. Coupons gibt es zum Beispiel im 'Golden C' Coupon Book, das von Safeway herausgegeben und für $10 verkauft wird. Ein solcher Coupon spart locker mal $13. Weiterhin können die Skigebiete Breckenridge, Keystone und Arapahoe Basin (alle gut!) mit einer Karte der Mineralölgesellschaft TOTAL verbilligt genutzt werden. Antrage an TOTAL Tankstellen. Ein Tip: der Weg in die Skigebiete um Breckenridge und Vail ist angenehmer und schöner über die Highways 24 und 9. Allerdings gibt es hier zwei Ortschaften, die nur von den Einnahmen aus Speeding Tickets leben: Fairplay und Alma. Denkt an die Speedlimits. In Alma gibt es übrigens eine kleine abgefahrene Kneipe: über der Tür hängt ein kleines Schild 'Foods & Spirits' und einer der Bartenders ist in Stuttgart, Germany aufgewachsen. Die Enchiladas sind preiswert und gut!

In Crested Butte kann man in der Vorsaison kostenlos die Lifte benutzen, ist aber auch ziemlich weit weg. In Gunnison kann man aber relativ günstig in Hotels übernachten. Hotelbetten sind in der Regel Queen Size - Doppelformat. Ein Doppelzimmer, von vier Personen genutzt, kann somit auch schonmal für $12 pro Person ein preiswertes Vergnügen sein. Allgemein ist Wohnen direkt in den Skigebieten recht teuer, aber zwanzig Minuten Fahrt kann Wunder wirken. Essen kann man in Amerika auch gut. Neben den bekannten und unbekannten Fastfoodketten (von denen ich die wenigsten ausprobiert habe; Burger King und McDonalds kosten nur die Hälfte gegenüber Deutschland) gibt es in Downtown Colorado Springs viele gute, aber auch verhältnismäßig teure Restaurants: Ritz, Chez Pierre... Empfehlenswert sind auch die Microbreweries, Lokalbrauereien mit Bier, das an deutsche Qualität herankommt: Judge Baldwin, Phantom Canyon. Hier ist auch das Essen gut.

Wer deutsches Essen braucht: Gelbe Seiten. Ich habe nur ein deutsches Lokal ausprobiert, es war kein Hit... Italienisch und anderes gibt es in Old Chicagos in drei Lokalitäten in Colorado Springs. Hier gibt es gute Pizza, auch mit einer 'thin crust', einem dünnen Teig, wie wir ihn kennen. Gigantisch: Garlic bread mit Käse überbacken! Die Auswahl an local brews und Importbier ist beachtlich. Mein persönlicher Geheimtip ist das Adams Mountain Café in Manitou Springs. Donnerstags spielt hier ein Gitarrist live leise Klänge, das Essen ist 'Dining au Naturel' (Adams Mountain Café, 110 Canon Ave., Manitou Springs).

Wer gerne das Tanzbein schwingt: es gibt hier viele Diskos mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Am besten gefallen haben mir aufgrund der variierenden Musikrichtungen das Baker Street (Academy/Vickers) und das Meadow Muffins (Colorado Ave. in Old Colorado City). Wer es total abgefahren mag: das 'Industries' in Denver, dagegen ist das Dorian Gray ein Nonnenkloster. Countryfan? Donnerstags gibt es im Rodeos (Academy/Carefree) Pennypitchers: zwei Liter "Bier" für einen cent. Früh kommen, nachher sind alle besoffen, die Amis vertragen nichts. Um die Leute bei Laune zu halten, wird auch ab und zu mal ein aktuelles Lied aus den Charts gespielt - sonst nur Country.

Achtung Mädels: der männliche Ami ist eine besondere Spezies. In der Disko wirkt er wie aus dem Käfig gelassen und baggert wie wild um sich. Aber er ist auch Abfuhren gewohnt..

8. Telekommunikation

In Amerika streiten sich drei Telefongesellschaften um die Gunst des Kunden: AT&T, MCI und Sprint. Alle bieten irgendwelche Sonderprogramme: flatrates für Ortsgespräche, long distance discounts...

Für Gespräche nach Deutschland ist keiner von denen so günstig, wie 'Cyberlink'. Cyberlink ist ein long distance carrier, der zusätzlich zu der gewählten Telefongesellschaft eingeschaltet wird. Das Programm lauft im Zusammenhang mit dem Deutschen Fernsehen in Amerika. Die Minute nach Deutschland kostet 41 cents, 24h lang. Info über 1-800-266-2006. UCCS bietet die kostenlose Einrichtung eines E-Mail accounts an, mit dem über das Internet Nachrichten in alle Welt geschickt werden können.

Wer es konventionell mag: die Post von und nach Deutschland benötigt, richtige Frankierung vorausgesetzt, z.Zt. etwa 3-5 Tage. Innerhalb der USA braucht sie in der Regel länger.

9. Medien

Wer sich über die Geschehnisse in Deutschland auf dem laufenden halten will, der hat in Amerika schlechte Karten. Das Fernsehen berichtet nur über große Ereignisse, ebenso die Presse. Berichterstattung im Radio ist zu vernachlässigen. Zugspitze bietet Spiegel und Focus ziemlich aktuell, außerdem Bunte und sowas. Die FAZ ist Tage hinterher, alles ist ziemlich teuer.

Kabelfernsehen kostet $22 pro Monat, meines Erachtens lohnt sich die Ausgabe, da Fernsehen hilft, die Sprache besser zu verstehen. Für Trekkies: derzeit lauft Star Trek: Voyager auf Fox, brandneu... Außerdem laufen alle anderen Star Trek Reihen (Star Trek, Star Trek: Next Generation, Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Voyager) zur Zeit in mehr oder weniger regelmäßigen Abstanden.

Videofilme kosten in der Regel zwischen $1 und $3 im Verleih, außerdem gibt es einige Kinos .

10. Social Contacts

Der Amerikaner ist sehr leicht anzusprechen, in der Regel freundlich und zuvorkommend, und unkompliziert im Umgang. Aber er interessiert sich in der Regel auch nicht weiter für den anderen, sieht Versprechen wie: "ich ruf Dich morgen um 10 Uhr an" nicht besonders eng, und ist auch sonst ziemlich oberflächlich.

Dies gilt insbesondere für die Kommilitonen an der UCCS. Im allgemeinen handelt es sich um Vollzeitbeschäftigte mit Familie und beiden Beinen im Beruf und wenig Zeit für anderes.

Ist Euch eine Verabredung oder ein Termin mit einem Ami wichtig, so legt Zeitpunkt und Ort des Treffens so, das er möglichst wenig Möglichkeiten hat, nicht zu kommen. Wenn er dann merkt, das es Euch ernst oder wichtig ist, dann wird er sich vielleicht dazu äußern oder den Kontakt abbrechen. Es ist hier nicht leicht, richtige Freunde zu finden.

Im Geschäftsleben ist der Ami aber zuverlässig. Die richtigen Freundschaften haben sich bei mir so auch erst wahrend des Praktikums entwickelt, wo man einfach mehr Zeit mit den Amerikanern verbringt und den anderen besser kennenlernen kann. So gesehen fände ich es besser, wenn das Praktikum zeitlich vor dem Studium käme.

11. Fragen und Kommentare

Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt: ich freue mich über jede Mail:

100537.3001@compuserve.com

Autor: Stefan Mantel